Anwenderstimmen

 

CMDmanu in der Meinung der Anwender...

Stellungnahme zu CMDmanu von Jan Wiesner, Frankfurt

Ich verwende das lang erwartete Diagnosemodul CMDmanu, das der Dokumentation der Manuellen Funktionsanalyse dient, seit etwa einem Jahr. Das Resümee fällt durchweg positiv aus. Die Intentionen, die der Entwicklung des Moduls zugrunde liegen, stechen bei der Betrachtung des Bogens sofort ins Auge: die Vereinfachung des in seiner ursprünglichen Fassung mitunter etwas kompliziert empfundenen Untersuchungsganges und eine verbesserte grafische Umsetzung.

Das Ziel war hier jedoch nicht, eine "Manuelle Funktionsanalyse light" zu entwickeln, sondern vielmehr eine Reduzierung auf die diagnostischen Tests zu vollziehen, die als weitestgehend gesichert (reliabel und valide) gelten dürfen.

Abgespeckt wurde aus diesem Grund insbesondere bei den dynamischen Translationen, die von Bumann und Groot-Landeweer vor etwa 20 Jahren zur Differenzierung von Knackgeräuschen entwickelt wurden. Der angebotene Untersuchungsgang endet bei der "dynamischen Kompressionen exkursiv". Dies geschah auch vor dem Hintergrund, dass den Knackgeräuschen heute nicht mehr die Bedeutung beigemessen wird, wie dies vor nicht allzu langer Zeit noch geschah.

Die Einteilung in entsprechende "Untersuchungsboxen" (Kompression in Bewegung, Kompression in Ruhe, Traktion/Translation) bringt es mit sich, dass die jeweiligen Untersuchungsgänge für beide Kiefergelenke durchgeführt werden, bevor man mit dem nächsten Untersuchungsgang fortfährt.

Das häufigere Wechseln von einem Gelenk zum anderen war zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, erweist sich aber mittlerweile als praktikabel, da zuerst die extraoralen Techniken abgeschlossen werden, bevor man zu den intraoralen Techniken (Traktion, Translation) übergeht.

Eine weitere Auffälligkeit ist, dass die isometrischen Tests der Kaumuskulatur die gesamte linke Spalte des Bogens einnehmen. Hier wurde die Möglichkeit geschaffen, isometrische Tests in allen erdenklichen Variationen durchzuführen und auftretende Schmerzen grafisch exakt zu dokumentieren. Nachdem die diesbezügliche sehr ausführliche Dokumentationsmöglichkeit von mir zunächst kritisiert wurde, hat sich diese in der Zwischenzeit schon oft als hilfreich erwiesen. Der diagnostische Nutzen der isometrischen Tests wurde zudem in einer aktuellen Studie bestätigt (Visscher et al., 2009).

Da langjährige Manualdiagnostiker dennoch nicht gänzlich auf dynamische Translationen zur Differenzierung von Knackgeräuschen verzichten möchten, ist die Implementierung einer entsprechenden Dokumentationsmöglichkeit für die Zukunft erwägenswert. Ein entsprechender reduzierter Untersuchungsgang wurde von mir dieses Jahr publiziert.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das neue Modul CMDmanu eine wichtige und rundum gelungene Erweiterung von CMDfact, dem führenden deutschen Programm für zahnärztliche Funktionsanalyse, darstellt.

Reference List
Visscher, C. M., Naeije, M., De Laat A, Michelotti, A., Nilner M, Craane B et al. (2009). Diagnostic Accuracy of Temporomandibular Disorder Pain Tests: A Multicenter Study. J Orofac.Pain, 23, 108-114.